Die Infokrieger und ich

August 3rd, 2012, 23:01 > da/Y\ax

Mein Problem mit dieser internetimmanenten "Die Wahrheit sieht in Wirklichkeit ganz anders aus"-Bewegung ist an diesem Internet-Thread wunderbar plastisch aufzuzeigen. Prinzipiell sind da immer Ideen dabei, die ich für durchaus richtig halte, nur leider werden sie zu oft von Wirrköpfen wie diesem Schreiberling verfasst, die weder Punkt noch Komma kennen und deren Satzkonstrukte an den Turmbau zu Babel erinnern:

allmystery.de: Wie Schulen uns systematisch verdummen

Alles was da drin steht, stimmt irgendwie. Das predige ich ja zwischen den Zeilen auch immer wieder. Nur dieses platte Hau-den-Lukas, das in dieser Bewegung so eminent ist, macht die ganze Sache für mich völlig witzlos. "NeoKortex" m( Mannmannmann. In der Anti-S21-Bewegung war auch immer so ein Freak dabei, der mir bestimmt 3x das Ohr mit der Deutschland-GmbH und den "Personal"ausweisen abgekaut hat.

Wie seht ihr das? Konkret am Beispiel "Schule macht dumm" oder auch generell, erzählt mal!

6 Meinungen zu “Die Infokrieger und ich”

  1. Publicviewer meinte:

    Ein bißchen Geographie, das, was ich nicht eh durch meinen Vater schon vorher gelernt hatte war auch auf diesem Gebiet nicht viel.
    Immerhin die Grundkenntnissse in französisch, auf die ich, als ich dann mit 15 in die Provence ging, tatsächlich auch aufbauen konnte.
    Zusätzlich habe in meiner Schulzeit gelernt wie man Doppelkopf und Skat spielt.:-))
    Ach ich vergass, ich lernte auch mich gegen alle zu wehren, die mich ständig, eigentlich von ersten Schultag an, verprügeln wollten.

  2. Erich Kästner meinte:

    nichts gelernt in der schule, wie der typ behauptet, ist etwas übertrieben. ich hab mathe, bio, deutsch, englisch und auch ein paar ethische dinge in der schule gelernt. ich habe auch sozialen umgang in der schule gelernt.

    allerdings ist das über 10 jahre her und ich würde gerne heute mal mäuschen in einer schule spielen, wie neoliberal es mittlerweile zugeht.

  3. Publicviewer meinte:

    “Dieser Typ”, wie Du so schön schreibst, wurde vom ersten Tag an in dieser Einrichtung ausgegrenzt, nicht beachtet und auch massiv gemobbt.
    Nur gab es diesen Begriff in den Sechzigern noch nicht, ebenso eine Förderung für Hochbegabte.
    Da ich schon lange vor meiner Einschulung, Lesen und Schreiben, sowie das große Einmaleins, Prozentrechnen sowie sonst noch ein paar ganz nützliche Dinge für mein weiteres Leben mein Eigen nannte.

  4. Bjoeke meinte:

    Naja, die Wichtigkeit von Schule oder zumindest dem Deutschunterricht erkennt man bei diesem Schreiberling ja recht fix. ;)

  5. LostInTranslation meinte:

    Die Anzahl der vermeintlich hochbegabten Menschen im Netz ist enorm. Mir fällt da häufig der Dunning-Kruger-Effekt ein.

    Die Grundausbildung an der Schule halte ich für richtig. Solide Mathe- und Deutschkenntnisse sollten jedem vermittelt werden. Die Zeit verklärt natürlich auch den Blick, aber ich für meinen Teil habe den Eindruck gewonnen, daß nicht genug auf die Gebiete eingegangen wird, für die sich die Schüler interessieren. Man könnte durchaus 1 Tag der Woche für Projekte verplanen, die die Schüler interessieren. Die ganzen Projektwochen sind zwar ganz nett, aber man erkennt sehr schnell, welche Lehrer sich dafür begeistern und wer nur die Zeit absitzt.

    Häufig werden auch spezielle Fragen, die Schüler zu einem Thema haben, einfach abgewürgt. Wer dies einige Zeit erlebt, wird über kurz oder lang vermutlich das Fragen einstellen. Hier sollte angesetzt werden, um die Qualität des und die Motivation am Unterricht zu steigern.

    Die ganze Erkenntnis ist nicht neu, war aber bisher nicht in dem breiten Publikum vermittelt. Wer hie und da in der Schule mal mit schlechten Noten bedacht wurde, kennt bestimmt die Aussage der Eltern, daß dies nicht am Lehrer, sondern einem selbst liege.

    Die Ziele als solche offenbaren sich außenstehenden Menschen kaum, da diese nur selten am Entwicklungsprozeß teilhaben dürfen.

    Zum Beispiel die Schlechtschreibreform. Wo liegen die Vereinfachungen? Mir erschließt sich die Reform als solche nicht. Wahrscheinlich haben sich die Schwanzlurche getroffen und entschieden, daß man sich nicht ohne Veränderung trennt.

    Oder die Umstellung von Diplom auf Bachelor/Master. Da ging’s bei der Organisation nur selten um die Studenten oder den Sinn des Studiums, viel wichtiger waren die im Kernbereich vorhandenen Stunden für die Abteilungen, damit da ja keine Kürzung kommen kann.

    Natürlich reicht dieses Kommentarfeld mir nicht für eine ausführliche Sichtung, ich kann nur an der Oberfläche kratzen.

    Buchtip: Carl Sagan: The demon-haunted world – Science as a candle in the dark

  6. da]v[ax meinte:

    @LostInTranslation, wow. Ausführliche Antworten wie deine sind hier eher selten. Danke für den Input.

    @alle: ich stimme euch zu, natürlich ist eine solide Rechtschreibung und ein bisschen Mathe zwingend notwendig, um in unserer Gesellschaft halbwegs sinnvoll zu überleben.

    Nur das ganze System an sich stinkt zum Himmel. Überforderte, gelangweilte Lehrer, ein rigoroses Wettbewerbssystem von Anfang an, die Guten ins Töpfchen (Gymnasium) die Schlechten ins Kröpfchen usw., das ganze garniert mit völlig sinnlosen und willkürlichen Lehrplänen, ach, die Liste ist endlos.

    Warum gibt es nicht z.B. mal einen “ganzheitlichen” Lehrplan der sich fächerübergreifend am “Zeitstrahl” der Menschheitsgeschichte entlanghangelt? Dann könnte man während man z.B. ein paar tausend Jahre v.C. ist, in Mathe den Pythagoras behandeln, in Kunst die Tempel und die griechische Bauweise, in deutsch liest man von mir aus Oddysseus und so weiter. So käme man nach und nach von den eher einfachen Dingen zu komplexeren und wäre vor allem bei den Abschlussprüfung in der Gegenwart angekommen (in allen Fächern) und entsprechend auf das Leben vorbereitet…

    Man wird doch noch mal träumen dürfen.

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