bla

‘Ich’
to daMax

= PAUSE =

Februar 15th, 2018, 19:51

Ich bin des Bloggens müde geworden. Das hat so viele Gründe, dass ich es nicht schaffen werde, alle aufzuzählen, aber eine kleine Auswahl habe ich mal zusammen gefasst, um euch verständlich zu machen, warum ich dieses Blog jetzt für einen längeren Zeitraum herunter fahren werde.

  • Wir leben mitten in der Überwachungsgesellschaft und alle zucken darüber mit den Schultern

    Wenn ich lese, dass der Einsatz von Gesichtserkennung immer weiter voranschreitet, wir demnächst nach unserem "Social Media Score" bewertet werden, die Daten von Demoanmeldern ohne rechtliche Grundlage an LKA und Stasi weitergegeben werden und so weiter und so weiter, dann kann ich nur noch konstatierend feststellen: das ganze Dagegenanbloggen der letzten 9 Jahre hat nichts, aber auch gar nichts gebracht. Die Leute WhatsAppen, Tindern und Facebooken miteinander um die Wette und kümmern sich einen feuchten Furz um ihre eigene Privatsphäre. Vor 9 Jahren hatte ich noch das Gefühl, mit meinem Blog vielleicht ein paar Leuten die Augen öffnen zu können, aber dieses Gefühl ist einer bleiernen Müdigkeit gewichen.

  • Nachrichten deprimieren mich zunehmend

    Ich merke, dass es mir geistig nicht sonderlich zuträglich ist, täglich in die Nachrichten zu gucken. All diese bestürzenden Schlagzeilen aus dem nahen EU-Umland zeigen mir klipp und klar, dass der Faschismus wieder voll da ist (in mindestens folgenden Ländern sind Rechtsextreme inzwischen an der Regierung: Polen, Ungarn, Rumänien, Österreich, Dänemark, in allen Ländern werden massiv Bürgerrechte beschnitten und der Überwachungsapparat ausgebaut). Dazu die bedrückende Politiklage hierzulande und von den USA brauche ich gar nicht erst anzufangen. Ich möchte mich damit im Moment nicht mehr beschäftigen (nennt es ruhig Eskapismus), dann würde diesem Blog allerdings massiv Input verloren gehen.

  • Das große Blogsterben

    Wo wir gerade bei Input waren: von den knapp 60 Blogs, denen ich folge, hat im Laufe der letzten Jahre die Hälfte entweder komplett dicht gemacht oder beschränkt sich auf 2 Artikel im Jahr. Damit kann ich kein Blog mehr füllen. Wahrscheinlich müsste ich zu Facebook oder WhatsApp gehen, um neue Quellen zu ergründen, aber FICK DICH, Zuckerberg. Naja, und die paar Blogs, die noch regelmäßig veröffentlichen, posten so oft alle den gleichen belanglosen Scheiß über Dinge, die mich nicht die Bohne interessieren, dass ich oft 5x denselben belanglosen Scheiß in verschiedenen RSS-Feeds "als gelesen markieren" muss, obwohl ich einen Teufel tun werde, diesen belanglosen Scheiß zu lesen. Es ödet mich nur noch an.

  • Wo sind meine Freunde?

    Dieses Blog war ganz am Anfang einfach nur meine private Linkliste. Irgendwann packte mich die Ambition, meinen Freunden andere Nachrichten als die der Tagesschaurealität zugänglich zu machen. Einige nahmen dieses Angebot auch dankbar an und hinterließen mehr oder weniger fleißig ihre Kommentare, wodurch wir prima in Kontakt blieben, auch wenn wir längst weit voneinander entfernt lebten. Vielleicht lesen all diese Leute hier noch mit, aber davon weiß ich leider nichts, weil die Hauptkommentatorenschaft auf vielleicht 2 Handvoll Leutchen zusammengeschmolzen ist, von denen ich nur noch einen einzigen persönlich kenne. Und so lieb ich manche von euch gewonnen habe, hier war mal deutlich mehr Diversität angesagt und so macht mir das einfach keinen Spaß mehr.

  • Preaching to the converted

    Wie gerade schon gesagt, hatte ich mal die Hoffnung, Leute zum Nachdenken bewegen zu können. Inzwischen kommentieren hier jedoch nur noch Leute, die sowieso meiner Meinung sind oder solche, die aus Prinzip trollen und ich kann mich nur wiederholen: so macht mir das keinen Spaß mehr.

  • Meine Zeit ist mir zu kostbar

    Mit meinen nun 44 Lenzen merke ich von Jahr zu Jahr, wie viel schneller die Zeit verrennt. Frohes Neues, Frohe Ostern, Happy Birthday, Frohes Fest und zack, wieder eine Sonnenumdrehung erledigt. Ich wollte euch schon seit Ewigkeiten von so tollen Dingen wie Grow Home, Human Fall Flat, Heroes oder meinem neu entdeckten Rezept für Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle erzählt, aber der Gedanke, mich eine oder mehrere Stunden an so einen Artikel zu setzen, schreckt mich inzwischen ab. Zumal ich mir nach vielen Jahren Abstinenz endlich wieder eine Gitarre zugelegt habe und ich die stupideste Tonleiterübung spannender finde als stundenlang über geeigneten Formulierungen für eines der geilsten Puzzlegames aller Zeiten zu hirnen. Ach ja und dann will Google auch noch alle Nicht-HTTPS-Seiten als unsicher (sic!) markieren, ein so altes Blog wie dieses hier ziehste aber nicht mal so eben auf HTTPS um. Vor allem brauche ich meine Zeit aber, um mir endlich mal darüber klar zu werden, was ich mit meinem Leben eigentlich anfangen will und das ständige RSS- und Nachrichtenblättern hält mich davon massiv ab.

Das und noch so einiges mehr. Ihr seht, dass ich diesen Entschluss nicht erst heute morgen getroffen habe. Ich verordne mir jetzt für den Rest des Jahres 2018 eine Blogabstinenz und danach schauen wir mal weiter. Vielleicht bekomme ich ja wieder Lust, vielleicht stelle ich aber auch fest, dass mir gar nix fehlt. You never know until you try.

Kurz vor diesem Post habe ich noch schnell ein paar unveröffentlichte Entwürfe rausgekloppt, die euch vielleicht interessieren könnten.

Wenn ihr selber den Blogs folgen wollt, die ich bisher so verfolgt habe, hier ist die OPML-Datei aller RSS-Feeds.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal von ganzem Herzen bei allen Leserinnen und Lesern bedanken, die hier mit mir und untereinander diskutiert haben, Antworten auf meine Fragen hatten oder sonstwie zu diesem Blog beigetragen haben. Ein fetter Gruß geht auch an alle Blogger und Bloggerinnen raus, die ich im Laufe der Zeit persönlich kennenlernen durfte. You know who you are.

Macht's gut und danke für all den Fisch.

 

Hier Titel einfügen

Februar 15th, 2018, 19:51

Disclaimer: dieser Artikel stammt noch aus dem Jahre 2012 und ging nie online. Bis heute.

Neulich meint jemand zu mir: "Was ist denn mit deinem Blog los? Die Artikelfrequenz hat merklich nachgelassen" und ich wusste nicht mal so genau, was ich darauf antworten sollte denn: er hatte ja recht. Teilweise mag das wohl daran liegen, dass ich beruflich gerade ziemlich eingespannt bin. Ich bin ständig auf Achse und wenn ich mal zu Hause bin, habe ich genug mit Wäschewaschen und Haushalten zu tun, dass ich nicht zum Bloggen komme. Wenn ich nicht auf Achse bin, muss ich mich gerade ständig in neue Sachverhalte reindenken, so dass ich nebenher weder Zeit noch Hirnkapazitäten für Blogs habe und Abends haben halt schon alle anderen alles gesagt. Das ist aber nicht alles.

Ich habe zunehmend ein Problem damit, zum politischen Tagesgeschehen die Klappe aufzumachen. Zum Teil machen das eben so viele andere schon und kleiden ihre Gedanken dabei oft in viel bessere Worte als ich das je könnte. Und sind dabei auch noch schneller als ich. Das sollte mich natürlich nicht aufhalten, denn ihr lest ja mich, also wollt ihr das vielleicht auch von mir hören. Aber. Mir kommt vieles dermaßen irreal und unwichtig vor, dass ich einfach keinen Drive habe, meinen Senf dazu abzugeben.

Was soll ich zu diesen offensichtlich gescripteten Wutausbrüchen von ein paar ungebildeten Turbanträgern sagen, die Probleme mit einem der schlechtesten Filme aller Zeiten haben? Und zu Medien, die offensichtlich manipulierte Bilder dazu benutzen, zu "beweisen", dass das ein Riesending ist? Was soll ich zu einem Leistungsschutzgesetz sagen, das dermaßen weltfremd ist, dass es mir die Schuhe auszieht? Soll ich mich darüber echauffieren, dass wir der Europäischen Zentralbank in Frankfurt einen Palast für über 1 Milliarde Euro bauen, für den Bodensatz der Gesellschaft aber nur mickrige 8 Euro mehr im Monat übrig haben? Oder über den Vorschlag, dass die Rentenbeiträge bald zu 100% von den Arbeitern gezahlt werden sollen, dafür aber auf 45% gekürzt werden? Über die offenkundig vollständige Durchsetzung unserer Polizei und Geheimdienste durch Nazis und die traurige Wahrheit, dass sich das auch nicht mehr ändern wird weil überhaupt kein Interesse an einer Änderung besteht? Darüber, dass Europa sich seit Jahrzehnten einen Totalitarismus zurecht bastelt, gegen den die die DDR wie ein Haufen Amateure mit Überwachungsfetisch wirkt, aber die paar Stimmen dagegen verhallen ungehört im Schilderwald?

Unsere Politelite hat komplett die Bodenhaftung verloren. Kein Wunder, wenn man 3,9 Jahre am Stück von Lobbyisten umtänzelt wird und nur alle 4 Jahre mal für 3 Monate in einem "Wahlkampf" steckt, der längst zu einem Schauspiel verkommen ist, an dem sich die Politiker selbst nicht mehr messen lassen wollen. Aber was hat das alles mit mir zu tun? Welchen Unterschied macht es, ob ich dazu die Klappe aufmache oder es eben bleiben lasse? Es ist "denen da oben" doch offensichtlich eh scheißegal, ws wir kleinen Lichter denken, außerdem scheine ich mit meiner Meinung sowieso nur eine Minderheit zu vertreten.

Dazu kommt ein verstärktes Gefühl der Isolation. Vor ein paar Jahren hatte ich noch das Gefühl, hin und wieder dem einen oder der anderen einen Gedanken zu vermitteln, den die betreffende Person so vielleicht noch nicht hatte. In letzter Zeit kommt es mir aber immer mehr so vor, als predige ich hier nur noch zu Gläubigen. Ihr habt zum Großteil aufgehört zu kommentieren und wenn dann mal ein Kommentar kommt, bestehen diese sinngemäß aus "full ack", Zynismus oder Blödeleien. Versteht mich nicht falsch, Zustimmung und Blödeleien sind schon okay, wenn aber nichts anderes kommt, führt das zu einer Monologsituation meinerseits, die mich zunehmend stumm macht.

Jetzt habe ich genau den Jammerartikel geschrieben, den ich eigentlich vermeiden wollte. Doof. Und aus der Nummer komme ich auch nicht mehr raus. Naja.

 

CDs: Alles muss raus! (Update: weg!)

August 21st, 2017, 08:56

Ich habe keine Lust mehr, mir die Wände mit CDs voll zu stellen, deshalb sollen die jetzt raus. Bevor ich sie dem Dualen System Deutschland anvertraue, wollte ich euch nochmal die Gelegenheit geben, die eine oder andere Perle abzugreifen. Es geht um folgende Scheiben (bitte Anklicken für die volle Größe):

zeig her!

 

Die kleinen Freuden eines Bloggers (update)

Juli 19th, 2017, 10:18

Es gibt Tage, da nervt so ein Blog. Total. Dann wieder gibt es Tage, da bin ich total häppie, im Laufe der Zeit eine mir so gewogene Blogleserschaft für mich gewonnen zu haben. Gestern zum Beispiel finde ich im Briefkasten das hier:

Danke Moss, du sulzäugiger Leichenzehrer! Ich habe leider das dazu gehörige PDF verbummelt. Schickste mir das nochmal? Dann häng' ich das hier mit rein.

Update: hier ist das PDF dazu.

 

= Pause =

Juni 7th, 2017, 11:00

Ich bin auf der grünen Insel. Bleibt anständig, hört ihr?

 

Manchmal tut's doch noch weh

April 25th, 2017, 13:10

Wenn ich als erstes am Tag solche Kommentare zu lesen bekomme:

Du wirst zum Spinner. Schade, hab dich mal gerne gelesen.
- Charme

dann tut das manchmal immer noch weh. So aus der Hüfte geschossen und unbegründet sollte ich da ja eigentlich drüber stehen, aber manchmal kann ich das nicht. Manchmal bin ich einfach auch nur ein Mensch mit Gefühlen und ohne Rüstung. Also: es tut weh und sonderlich charmant war das auch nicht.

Ich bin für einen Dialog gerne zu haben, vielleicht kannst du ja begründen, was dir an meiner Meinung so spinnert vorkommt, aber wenn du mich einfach nur beleidigen willst, dann hau' doch ab, ey.

(bild von timcaynes [CC BY-NC])

 

FONIC und ich

März 31st, 2017, 11:43

Seit drölf Jahren habe ich eine Prepaid-SIM von Fonic. Da ich mir neulich mein erstes eigenes Smartfon zugelegt habe, habe ich den Vertrag von "ich lade das Ding auf, wenn das Guthaben verbraucht ist" umgestellt auf "Ich zahle bereitwillig jeden Monat 10 Euro und bekomme dafür x 'Einheiten' (SMS oder Gesprächsminuten) und y MB Daten". x ist im Moment 400 (reicht dicke, solange man nicht auf die Idee kommt, Emojis in SMS zu verwenden, denn ein Emoji sind mal gelockerte 92 Zeichen 8-| ), y war bisher immer 700. Gerade erreicht mich diese SMS:

So macht man Kunden glücklich! Davon könnte sich O2 mal eine Scheibe abschneiden.

 

Mach's gut, kleine Löwin

Februar 22nd, 2017, 20:52

wiebke

   Als ich mit etwa 3 Jahren Bäume als Herausforderung entdeckt hatte, war ich nicht mehr zu halten. Aus dieser Zeit habe ich den für mich wichtigsten Satz Deiner Erziehung im Ohr und zwar ungefähr so: "Ich kann und werde dich nicht daran hindern, da rauf zu klettern. Aber ich kann nicht versprechen, dass ich dich auffangen kann, wenn du fällst. Ich werde es natürlich versuchen und werde bei dem Versuch wahrscheinlich kaputt gehen, aber ich weiß nicht, ob ich dich retten kann. Pass' bitte auf dich auf." Es war diese Freiheit gepaart mit Eigenverantwortung, von der meine gesamte Erziehung geprägt war und die auch heute noch mein Wesen ausmacht und dafür bin Dir sehr dankbar. Soweit ich weiß, kamst Du zu dieser Einstellung weil Du Dir vorgenommen hattest, einfach immer das Gegenteil von dem zu machen, was Deine Mutter Dir angetan hatte. Denn Du hattest es in Deiner Kindheit nicht leicht.

   Kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs erblicktest Du das Licht der Welt im Sternbild des Löwen und die ersten Jahre Deines Lebens waren dann auch vom Krieg geprägt: Flucht, Hunger, Angst, das volle Programm. Dazu eine Mutter, die mit 4 Töchtern wohl völlig überfordert war und ihren Frust an Dir und Deinen Schwestern ausgelassen hat, während Dein Vater zwar sehr liebevoll, aber eben auch sehr schweigsam war und sich wohl größtenteils aus eurer Erziehung heraus gehalten hat. Als Du nach dem Abitur dann die Entscheidung getroffen hast, ausgerechnet Schauspielerin zu werden, warst Du natürlich bei Deiner hanseatischen Mutter mit Adelshintergrund endgültig unten durch. Aber das hat Dich - ganz die dickköpfige Löwin - natürlich erst recht in Deinem Entschluss bestärkt. Es folgte ein Leben voller Sprechübungen, Shakespeare und Schnürböden. Hin und wieder war auch ein Ausflug ins Fernsehen dabei, aber das Theater war einfach Deine Welt, in der Du Dich trotz teilweise schlimmer Auftrittsorte, viel Stress und zu wenig Schlaf mit großem Spaß getummelt hast.

   Als Du im Jahre 1960 in Ulm beinahe eine Straßenbahn verpasst hättest, nahm Dein Leben eine unerwartete Wendung. Ein junger Herr hielt Dir die Tür auf, ihr kamt ins Gespräch und er lud Dich auf einen Kaffee ein. Aus dieser Bekanntschaft enstand eine zaghafte Beziehung, die später in Deiner ersten Ehe mündete. Als Filmstudent und Theaterassistent war er genau deine Kragenweite. Zwar zog es ihn später als Regisseur zum Rundfunk, aber die Grenzen zwischen Rundfunk und Fernsehen sind bekanntlich fließend und so konntet ihr in diversen Produktionen zusammen arbeiten, wenn auch auf verschiedenen Seiten der schallgeschützten Scheibe.

   Anfang der 70er änderte sich Dein Leben wieder grundlegend: Dein Kinderwunsch ging in Erfüllung und mit mir hattest Du alle Hände voll zu tun, denn ich hatte dumme Ideen am laufenden Band. Da gibt es eine Tür, die den ganzen Tag abgeschlossen ist? Natürlich nutze ich die 30 Sekunden, die sie mal offen steht, entdecke dahinter lauter bunte Flaschen und mache mich sofort über deren Inhalt her. So kam ich mit AJAX zu meinem ersten Alkoholrausch mit anschließendem Magenauspumpen und Du vermutlich zu Deinem ersten grauen Haar :-D Oder der Tag, an dem ich auf die Idee kam, die lange Rutsche nicht langweilig runter zu rutschen sondern mit Anlauf zu überspringen. Oder der D-Böller im Kinderzimmer. Die "Steckdosenreparatur" mittels Fahrradschaltzug. Oder oder oder...

   All der Max-Stress ließ Dir keine Zeit mehr fürs Theater und auch später konntest Du dort keinen Fuß mehr fassen, denn Dein Leben sollte sich wieder grundlegend ändern: die Ehe ging in die Brüche und plötzlich sahst Du Dich in der Rolle der allein erziehenden Mutter mit einem 7-jährigen Sohn. Das Ganze in einer Zeit, als ganztägige Schulbetreuung noch eine absolute Seltenheit war. Auch hier obsiegte wieder Deine Löwennatur, die Dich wie eine Löwin um ihr Kind kämpfen ließ. Eine Umschulung zur Arzthelferin führte über diverse Sekretärinnen-Umwege dann wieder ins Radio, diesmal jedoch in die Nachrichtenredaktion. Hauptsache, wir überlebten.

   Inzwischen waren wir im Stuttgarter Osten angekommen und auch weiterhin war Freiheit die oberste Maxime Deiner Erziehungsstrategie. So kam ich in den Genuss diverser Kinder- und Jugendfreizeiten, wo ich großen Spaß hatte und viele neue Freunde kennenlernen konnte. Anfangs ging es noch in Waldheime am Stadtrand, später auch in die Alpen oder an die Nordsee. Schiermonnikoog haben wir zusammen während einer Mutter-Kind-Kur entdeckt, danach war ich dann noch 2 mal ohne Dich dort. Ein oder zwei Jahre darauf konnte ich Dich davon überzeugen, dass ein Skate-Camp genau das Richtige für mich wäre, und so konnte ich komplette 3 Wochen in Münster mit lauter anderen Skatern verbringen. Alles in allem hatte ich eine ziemlich coole Kindheit.

   Im Sommer 1985 waren wir zusammen im Sindelfinger Schwimmbad, wo Du Dich angeregt mit einem Menschen unterhalten hast, der Dir am Ende des Tages eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Stuttgart anbot. Dieser Mensch wurde 6 Jahre später zu Deinem Ehemann und Begleiter für den Rest Deines Lebens.

   Kurz nach meinem 18. Geburtstag meintest Du dann: "So, jetzt hast du ja bald dein Abitur in der Tasche. Wir werden weg ziehen. Überleg' dir, was du machen willst. Ich finanziere dir gerne ein Studium oder du machst eine Lehre, aber ich bin weg". Da war ich kurz baff, erkannte dann aber schnell die Möglichkeiten. Ein Studium kam für mich nach 13 Jahren Paukerei erst mal nicht in Frage, der Zivildienst fiel mangels Wehrtauglichkeit ins Wasser (erstaunlich, was 2 Luckies ohne Filter im rechten Moment ausmachen können) und so fing ich eine Lehre an und machte aus der Wohnung meine erste WG. Ihr hingegen kauftet euch in einem Dorf in Oberbayern ein Haus und von dort aus war es nur einen Katzensprung nach Riem, wo Mitte der 90er die tollsten Raves im ehemaligen Flughafengelände stattfanden. Hell yeah, 1991-1995 war wirklich die geilste Zeit meines Lebens :hehe:

   Leider waren wir in der Frage "Welche Frau passt zu Max" nie einer Meinung und so hatten wir in den letzten Jahren mehr und mehr Stress miteinander. Das tut mir unendlich leid, weil das eben das eine Feld war, wo ich definitiv keine Zugeständnisse machen konnte und Du - ganz die starrköpfige Löwin - überhaupt nicht verstanden hast, dass Du anfingst, Dich genau wie Deine eigene Mutter zu benehmen. Das hätte ich Dir natürlich auch nie so sagen können ohne Deine Löwenkrallen zu spüren zu bekommen. So fochten wir immer sinnlosere und absurdere Kämpfe und wurden uns dabei immer fremder, bis jegliche Äußerung meinerseits als Angriff verstanden wurde und ich den für mich einzig verbleibenden Ausweg nahm und den Kontakt zu Dir bis auf weiteres abbrach. Zwar versuchten wir neulich wieder eine Annäherung, aber der Graben war einfach zu tief.

   Dann hattest Du einen Schlaganfall und danach war nichts mehr wie vorher. Bei meinem letzten Besuch in der Reha-Klinik hatte ich immerhin das Gefühl, dass Du wieder einen etwas versöhnlicheren Zugang zur Welt gefunden hattest. Zumindest möchte ich mir das gerne einbilden, alles andere wäre zu furchtbar.

   Letzten Mittwoch erreichte mich eine SMS mit dem Inhalt

- es geht zuende -

   Was folgte, waren fünf fürchterliche Tage voller Schock, endloser Warterei, Trauer und Verzweiflung. Dich um jeden Atemzug kämpfen zu sehen brach mir in kürzester Zeit tausendmal das Herz. Die wenige Zeit, die ich mit Dir alleine verbringen konnte habe ich genutzt, um Dir ein paar der Lieder vorzuspielen bzw. vorzusingen, von denen ich zumindest glaube, dass sie zu Deinen Lieblingsliedern gehörten. Vielleicht lag ich da auch völlig falsch, aber eigentlich glaube ich das nicht. Zwar hatte ich zwischendurch schon die Hoffnung aufgegeben, überhaupt noch zu Dir durchdringen zu können, aber als ich vorgestern versucht habe, mich - tränenreich - von Dir zu verabschieden, kullerte Dir plötzlich eine einzelne Träne aus dem Auge, was meine sämtlichen Abreisepläne in sich zusammenstürzen ließ. Das war auch gut so, denn so konnte ich in Deiner letzten Minute bei Dir sein.

   Du fehlst mir jetzt schon.

mama

 

= Pause =

Februar 15th, 2017, 21:11

Ich bin mal weg. Bis bald.

 

ähm...

Februar 2nd, 2017, 12:13

Was will mir das sagen?

 

Frohes Neues und so

Januar 1st, 2017, 22:41

Das Jahr geht ja gut los. Hier ist zugegeben ziemlich tote Hose, so ein Umzug ist halt dann doch immer aufwendiger als man anfangs glaubt.

Erledigt:
- Küche streichen
- Treppe / Flur / Diele streichen
- Büro streichen
- das halbe Zimmer neben dem Schlafzimmer streichen und mit einem Schranksystem ausstatten

Todo:
- Wohnzimmer streichen
- Kücheneinrichtung kaufen und aufbauen
- Umziehen

Und weil das eben ist, wie es ist, passiert hier auch weiterhin so gut wie nichts.

Ich wünsche euch allen trotzdem ein tolles neues Jahr. Möge es besser werden als das letzte. Zumindest bei mir läuft es gerade ganz gut an, wenn auch ziemlich anstrengend.

 

Symbolbild

November 13th, 2016, 11:31

Ich so, hier in der Kommentarspalte, hin und wieder.

bulldog-in-catdoor_500px

(via twistedsifter)
 

Trump ist gut für mich

November 10th, 2016, 16:01

success-baby_tchakaMal abgesehen davon, dass ich im Moment mit einer Nebenhöhlenentzündung im Bett vor mich dahin vegetiere, ist heute mein persönlicher Tag der guten Nachrichten.

Nach monatelangem Fluchen, Bangen, Hoffen, Heulen, Hassen, Umkippen, Wiederaufstehen und Weitermachen, kamen heute kurz nacheinander nicht nur einer sondern gleich zwei Anrufe an, die mir beide eine Wohnung zusagen wollten! Zum Glück in der "richtigen" Reihenfolge, so dass wir jetzt zwar in ein nicht ganz so cooles Veedel kommen, dafür aber eine extraschöne Wohnung beziehen werden! Yeah! Ihr werdet also von weiteren Genervtheiten meinerseits von dieser Front verschont bleiben :)

Ein paar Stunden später lese ich dann diesen Blogartikel, in dem Tobi berichtet, wie er Geld am Automaten zog und vergaß, welches dann wohl zum Glück wieder eingezogen und ihm gutgeschrieben wurde. Naja, mir neulich genau dasselbe passiert und ich hatte die 200 Euro längst abgechrieben, was ich ihm auch so kommentieren wollte, aber vorher dachte ich mir "guckste mal lieber nach" und yeah die zweite: die Kohle kam wieder zurück.

#TrumpsAmerica2daMax: alles wird gut :)

 

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