Schleichend zum Überwachungsstaat
November 28th, 2016, 09:45Sogar der Spiegel sieht inzwischen ein, wohin die Reise geht. Wobei ich eher sagen würde, die Ziellinie ist bereits in Sicht
Sogar der Spiegel sieht inzwischen ein, wohin die Reise geht. Wobei ich eher sagen würde, die Ziellinie ist bereits in Sicht
Fefe macht sich Gedanken zur Trump-Wahl (und zur kommenden Bundestagswahl 2017) und er hat in meinen Augen voll Recht mit dieser Aussage:
Wenn die Trump-Wahl etwas gezeigt hat, dann wie erschütternd berechtigt diese Warnung war. Während sich die Generation "problemfreie Ultraprivilegierte" mit gendergerechter Sprache beschäftigt haben, ist da ein Abgrund voll Hass und Verachtung entstanden. Als das hie und da mal durchschien, waren alle kurz entsetzt und haben ein bisschen Raumspray angewendet und sich dann der Frage zugewendet, wie viele Geschlechter man in der Geburtsurkunde zulassen sollte.
Und was hat niemand getan? Mit denen mal das Gespräch gesucht!
Und das war das eine, was man hätte tun können, um dieses Pulverfass zu entschärfen.
Ja, es ist vielleicht auch wichtig, sich um Geschlechtergerechtigkeit zu kümmern, aber es ist in meinen Augen tatsächlich insgesamt viel wichtiger, unsere gesamte Gesellschaft nicht so in die Verzweiflung und Depression stürzen zu lassen, aus der eben jener Hass entsteht, der eine AfD überhaupt erst möglich macht.
Gestern Abend habe ich zum ersten Mal seit ungefähr 25 Jahren mal wieder eine MONITOR-Sendung angeguckt und deren Bericht über Trump und die AfD hat mich wirklich ein bisschen erschreckt. Weil ich zum ersten Mal überhaupt tatsächlich Leute von der AfD reden gehört habe (ja, ich bin auch furchtbar gut darin, unangenehme Dinge einfach wegzuzappen). Und das ist ziemlich unerträglich.
Wir müssen dringend was gegen den Hass in den Köpfen tun, sonst haben wir demnächst eine AfD mit 30% im Bundestag sitzen, liebe Leute. Ich denke, es könnte schon helfen, den Hass in Zorn zu kanalisieren und zwar Zorn auf die 1%, die uns am langen Arm verhungern lassen. Zorn auf die 1%, die weiterhin auf Öl und Kohle setzen (wie unser Wirtschaftsminister). Zorn auf die 1% die weiterhin die Autolobby pampern (wie unser Verkehrsminister). Zorn auf die 1%, die Deutschland zu einem Überwachungsstaat gemacht haben (wie unsere Innen- und Justizminister). Zorn auf die Teflonkanzlerin. Das wären alles gerechtfertigte Zielscheiben für unseren Zorn, aber doch um Himmels willen nicht die Ärmsten und Hilflosesten, die diese Welt zu bieten hat (wie die Hartz-IV-Stigmatisierten oder Kriegsflüchtlinge).
Leute, echt jetzt, wir müssen was tun. Dringend. Ich möchte nicht in einem faschistischen Überwachungsstaat leben, aber den Überwachungsstaat haben wir bereits und der Faschismus sitzt mit zweistelligen Prozentanteilen inzwischen in diversen Landtagen! Ganz im Ernst: ich habe gestern ein Google-Konto eingerichtet und wurde dabei gefragt, ob ich Männlein oder Weiblein bin oder ob ich mein Geschlecht selber erfinden möchte und wie ich denn bitte angeredet werde will. Da hab ich einen Kicheranfall bekommen. Das hat doch nichts mit einer gerechteren Welt zu tun angesichts der Apokalypse, die von den 1% mit unverminderter Geschwindigkeit weiter voran getrieben wird herrgottsdonderladdich!!
Meint Hanno Burmester in einem Artikel auf Carta.
Mit der Wahl Trumps ist etwas geschehen, was wir auch in Deutschland immer wieder neu akzeptieren müssen: kein Land kann seiner hässlichen Vergangenheit entkommen. Weiße Überlegenheitsideologie, Frauen- und Schwulenfeindlichkeit, Ausländerhass sind historische Konstanten, die in den weißen Bevölkerungsteilen der USA deutlich tiefer wurzeln als Toleranz, Emanzipation und Gleichstellung.
Diese Hässlichkeit braucht ein politisches Zuhause. Wenn sie keines hat, baut sie sich eins.
Und wenn ihr euch dann schon auf Carta rumtreibt, nehmt doch auch noch "Die Quittung" mit, der ist eigentlich noch lesenswerter. Auch wenn ich nicht damit d'accord gehe, Täter zu Opfern zu machen und sexistische, rassistische und andere asozialen Äußerungen und Taten einfach mit Frustration zu entschuldigen.
Die weißen, abgehängten Mittel- und Arbeiterklassen halten sich die Pistole an den Kopf und drohen damit abzudrücken, wenn ihre Sorgen und Nöte nicht endlich ernstgenommen werden.
Klingt für mich wie eine ähnlich gelagerte Situation in a universe gar nich mal so far far away...
PS und completely off-topic: ich glaube, wenn mich jemand fürs Bloggen bezahlen würde, hätte ich kein Problem, den Tag rumzukriegen...
Der Krieg gegen den Terror ist so gut wie gewonnen, denn unser Innenministerium will die Videoüberwachung in Diskotheken erleichtern. Schließlich wissen wir alle, der Terror kommt aus der Disco, wo sonst könnten Selbstmordattentäter radikalisiert worden sein?!?
Und jetzt alle: ICH! BIN!! FREI!!!
Das Trump-Desaster lässt sich jetzt natürlich wieder hervorragend nutzen, um politische Scheiße anzurühren, solange alle schockstarr nach Amerika starren:
Um 12:00 Uhr veröffentlichen wir die neue #Cyber-Sicherheitsstrategie & ab 16:45 Uhr beantworten wir unter #css2016 live Ihre Fragen.
und ich will's gar nicht wissen
Australien kann das auch und hat
ein Telco-Abhörgesetz genau in der Wahlnacht eingereicht.
Auf Twitter werden Eindrücke aus dem neuen Amerika gesammelt. Gut, das ist jetzt wieder Filterbubblezeugs aber trotzdem: es kommt wie es kommen musste. Der Hass wächst.
PS: René hat was wirklich Lesenswertes dazu geschrieben: Trump, eh?
(via grabbelkiste)Der Obertroll ist nun also amerikanischer Präsident. Fracking, Öl, Gas, Kohle, scheiß auf Klimawandel, die Ausländer sind an allem schuld und die Apokalypse kann nun vollständig beginnen.
Hass regiert, ich bin raus für heute.
PS: Radio todamax spielt eine angemessene Sondersendung.
Beim Blättern durch mein Blog stoße ich gerade auf dieses Zitat aus Existenz von David Brin und... was soll ich sagen?
»Ja, aber es ist nur nötig, die Reziprozität zu durchbrechen«, sagte Hamish. »Indem man die Informationen kontrolliert und sicherstellt, dass sie nur in eine Richtung fließen. Man übernehme die Datenbanken. Man erfinde Gefahrensituationen, damit die Öffentlichkeit paternalistischen ›Schutz‹ akzeptiert. Man sorge dafür, dass viele Privacy-Gesetze ausgehebelt werden, und öffne einige Türen, damit die Elite alles sieht, ohne selbst gesehen zu werden.«
Kommt euch das irgendwie bekannt vor? Das Buch wurde 2012 verfasst.
Innenfaschist Thomas "Schweinebraten" de Misère schlägt wieder zu:
Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat erneut seinen Willen betont, die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen mitsamt intelligenter Auswertungstechnik auszubauen. Dazu zählt die automatische Gesichtserkennung von Passanten an Flughäfen, Bahnhöfen oder Einkaufszentren. Der Minister setzt damit Vorhaben aus einem ganzen Paket an Überwachungsmaßnahmen in Gang, die im Sommer schon angedroht worden waren.
Um das zu ermöglichen, werden weitere Gesetze verbogen dass es nur so kracht. Und wenn wir morgen in Huxleys schlimmstem Alptraum aufwachen, dürft ihr auch weiterhin munter Pokemons sammeln, solange ihr dabei nicht rauft, sauft, flucht, rennt, Rucksäcke oder Kopfbedeckungen tragt, betet, furzt, rülpst oder Negermusik hört. Und jetzt alle: ICH BIN FREI!!!
Geben Hartz-IV-Empfänger den Behörden nicht umfassend Auskunft über ihre Einkünfte, drohen ihnen in Zukunft härtere Strafen. Für das Verschweigen von Informationen kann ein hohes Bußgeld fällig werden.
Denn wenn hier jemand alles kaputt macht, dann sind das auf keinen Fall Lobbyisten, die auf die Umwelt scheißen oder ein Verfassungsschutz, der rechten Terror finanziert oder gar Banker, die mit Lebensmitteln und Hungernöten spekulieren. Nein, schuld daran, dass Deutschland im weltweiten Schwanzvergleich abgeschlagen hinter Burundi und Simbabwe liegt, sind die ganzen linksversifften faulen Zecken, die sich auf schäbigste Weise am Staat bereichern!!
[Zynismus OFF]
(bild von daMax [CC BY-SA], basiert auf dieser Datei,
ein bisschen kontext dazu und wer mir jetzt wieder holocaustverharmlosung vorwerfen will: da ist die tür.)
hartz iv | stern | symbol | abzeichen | orden
Mit dem Beschluss des neuen BND-Gesetzes zieht die Größte Koalition Deutschlands heute einen Schlusstrich unter die Akte Snowden. Die von Edward Snowden ans Licht der Öffentlichkeit gebrachte, jahrelange, komplett illegale Bespitzelung -vereinfacht:- aller Internetbenutzer, wird -ebenfalls vereinfacht:- vollumfänglich für legal erklärt.
Haltet mal kurz inne
und
spürt
den Moment.
Gerade jetzt---
---wurde von deinen Grundrechten wieder eine ordentliche Scheibe abgesäbelt. Tut schon fast nicht mehr weh, ne? Auf dem Altar der Sicherheit® wird alles geopfert, was den Autoren und Autorinnen unserer Verfassung jemals wichtig gewesen sein könnte. Was gestern noch illegal war, wird heute per ordre de mutti zu Recht und Ordnung. So höhlt man Stück für Stück den Rechtsstaat aus, bis nichts mehr davon übrigbleibt, außer einer leeren Fassade, in deren blinden Fenstern sich das Licht brennender Flüchtlingsunterkünfte bricht.
Thorsten Denkler schreibt in der ZEIT, der heutige Freitag
dürfte für den Bundesnachrichtendienst nun ein Tag zum Feiern sein. Glimpflich davongekommen wäre eine maßlose Untertreibung: Die neuen Gesetze legalisieren schlicht vieles von dem, was der BND bisher auch ohne klare Rechtsgrundlage ohnehin schon macht. Es gibt - auf dem Papier - etwas mehr Schutz für Inländer und Ausländer, die im Ausland vom Inland aus abgehört werden. Zugleich darf der BND aber künftig vom Inland aus gleich ganze Netze durchstöbern und nicht nur einzelne Leitungen.
Ey, lass mich einfach rein, okay? |
Ich will das hier nie wieder sehen. |
Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.
Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.
Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.
Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.
Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.