"Ich wäre schon sehr zufrieden, wenn wir dieses System mal ein bisschen in seine Schranken weisen könnten…"

Samstag, 17.1.2015, 11:48 > da]v[ax

Seit Die Anstalt von Max Uthoff und Claus von Wagner übernommen wurde, gefällt sie mir ja noch besser als vorher schon, und da freue ich mich natürlich besonders, dass Stefan Niggemeier für Krautreporter.de ein Interview mit den beiden sowie dem Anstaltsredakteur Dietrich Krauss geführt hat. Zusammen reden sie über Journalismus und Systempresse und Systemkritik und Satire und Schwarz-Weiß-Denken und Revolution und so weiter und wenn das deutsche Fernsehen so interessant wäre wie dieses Interview, würde ich glatt über die Anschaffung eines Fernsehers nachdenken. Prädikat: unbedingt lesenswert, wenn ich auch eine Frage etwas seltsam fand (wohingegen ich Claus für seine Antwort schon wieder anbete zu seiner Antwort beglückwünsche):

Aber es gibt nicht den Plan, im neuen Jahr eine Sendung zu machen, wo zum Beispiel den Russia-Today-Fans mal das Grinsen aus dem Gesicht rutscht?

Wagner: Wir schreiben keine Nummer gezielt, um ein bestimmtes Publikum zu ärgern. Ich mag auch Diskussionsstopper nicht. So Worte wie „Putinversteher“. Das ist ja auch, was man bei Talkshows immer wieder erlebt, dass Diskutanten reingehen mit einer festen Meinung, nur um ihr Lager zu vertreten. Ich träume davon, dass einer mal in einer Talkshow sagt: „Oh, das ist ja hochinteressant, das wusste ich nicht. Lassen sie uns dem gemeinsam nachgehen.“ Das ist auch etwas, das ich auch gern in Zeitungen mehr lesen würde, dass eine Unsicherheit spürbar wird, die klar macht, es gibt noch andere Seiten, noch andere Richtungen, in die man denken könnte.

Krautreporter: "Bei manchen Artikeln hatten wir wahrlich das Gefühl, wir säßen quasi schon im Schützengraben"


PS: Max Uthoff hat sich in seine Website geschrieben:

Nach einer soliden Lehre in der staatlich geprüften Satire-Werkstatt des Münchner Rationaltheaters, weitete ich meine humoristische Ausbildung durch das Studium der Rechtswissenschaft aus.

Mein Ziel war es, die spröde Materie des Rechts satirisch zu unterwandern. Dies gelang mir im Jahre 2002. Das gesamte Rechtssystem der Republik ist seitdem durchgehend albern. Zur Strafe bekam ich das zweite Staatsexamen ausgehändigt mit der Aufforderung, mich zu trollen.

Im Jurastudium lernt man vor allem, Urteile über Dinge zu fällen, von denen man kaum etwas versteht. Von da an ist es nur ein kleiner Schritt zum Kabarett.

und dafür könnte ich auch ihn schon wieder anbeten ich denke mir so: moar :grins: