"extra 3" vs. Alice Weidel 1:0 (update)

Mittwoch, 17.5.2017, 13:50 > da]v[ax

LOLWUT?! Ausgerechnet das sonst in Sachen Pressefreiheit eher rigide Landgericht Hamburg entschied nun, dass die Sendung "extra 3" voll und ganz im Recht war, die AfD-Vorsitzende Alice Weidel eine Nazi-Schlampe zu nennen. Natürlich nur in dem gebotenen Kontext, der da lautete:

Weidel hatte sich dagegen gewehrt, dass sie in der Satire-Sendung vom 27. April als "Nazi-Schlampe" bezeichnet wurde. Zuvor hatte die Politikerin auf dem AfD-Parteitag in Köln in ihrer Rede gesagt: "Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte." Der Satiriker Christian Ehring hatte den Satz in der NDR-Sendung "extra 3" aufgegriffen und gesagt: "Jawoll, lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schlampe doch recht."

Har har, Frau Weidel. Mit Steinen werfen aber wegen eines Wattebällchens zu heulen anfangen. Nicht gerade zäh wie Leder, die neue Rechte. Und weil es so schön in den Kontext passt: Nazis gehen laut einer Statistik der SZ offenbar zum Lachen in den Keller und über die Titanic lachen nur Linke :)

Update: Nelson-ha-ha, again. Ich bin ein systemverherrlichendes Wessi-Blog :lol: "Nachrichten aus einer verkaufen Heimat". Ojojoj. Für den Fall, dass mein Kommentar an anderer Stelle nicht freigeschaltet wird (geistige Bücherverbrennung, severstehn), kleb' ich mir den einfach hierher:

„Jede Lesbe (die der AfD angehört) ist automatisch eine Nazischlampe. Das hat ein Gericht in Hamburg bestätigt.“

Das ist dann wohl das, was man neudeutsch fake news nennt. Den gesamten Kontext drumrum weglassen und eine völlig falsche Schlussfolgerung als Fakt präsentieren. Prima gemacht.

Das LG Hamburg sagt, dass Frau Weidel es aushalten muss, in einem deutlich als Satire erkennbaren Zusammenhang eine Nazi-Schlampe genannt zu werden, wenn sie fordert „politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte“ zu werfen. Denn es wäre politische korrekt, sie nicht eine Nazi-Schlampe zu nennen. Wenn sie also ein Ende der politischen Korrektheit fordert, fordert sie damit auch ein Ende des Respekts ihr gegenüber.

Aber was labere ich mir hier das Maul fusselig, ich dringe sicher eh‘ nicht zu dir durch. Wessis können sich ja bekanntlich nicht in Ossiseelen versetzen.

PS: einige meiner besten Freunde sind Ossis, aber die jammern allesamt nicht dem Untergang eines diktatorischen Spitzel- und Unterdrückungsregimes hinterher.

Bzw. korrekter: die sehen alle das Aufziehen eines neuen Spitzel- und Unterdrückungsapparates mit großer Sorge.