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Neues aus der Abteilung "Der Markt wird's schon richten"

Dienstag, 4.4.2017, 16:54 > da]v[ax

Ich war die letzten 2 Jahre auf Jobsuche. Leider erfolglos, denn immer, wenn es ums Geld ging, wurden mir am Schluss derart lächerliche Beträge geboten, dass ich dankend verzichtet habe (wenn mir nicht gerade von den Gesprächspartnern an den Kopp geknallt wurde, ich hätte von Softwareentwicklung keine Ahnung). Offenbar hat sich das Gehaltsgefüge in der IT in den letzten 12 Jahren ganz schlimm nach unten verschoben (oder ich habe keine Ahnung von Softwareentwicklung und bin hoffnungslos überbezahlt). Da man ja so gut wie nie übers Geld redet, habe ich natürlich keine Ahnung, was andere so verdienen. Was ich allerdings im Laufe der letzten 12 Jahre live beobachten konnte, waren immer mehr Typen, die meinten, sie hätten Ahnung vom Programmieren und wenn man dann in ihren Code reinguckt, fällt man vor Lachen (oder Weinen) untern Tisch. Beispiel? Beispiel.

Der Volksmund sagt "wer billig kauft, kauft zweimal", und ich glaube das gilt genauso in der Arbeitwelt. Wer billige Arbeitkräfte einstellt, bekommt billige Arbeit geliefert, und in der IT heißt das eben: Schrottcode.

Diese Erkenntnis setzt sich leider nicht durch. Statt dessen werden immer mehr Billigjobs erzeugt, und das Ergebnis kann man jetzt live bei Samsung beobachten, die mit Tizen ein "Smartgeräte"-Betriebssystem geschaffen haben, das offenbar nur aus Scheiße besteht.

In vielen Fällen sind Übergriffe aus der Ferne möglich, bei denen Angreifer Schadcode ausführen können, warnt Neiderman. Im schlimmsten Fall könnten Angreifer so Geräte komplett kapern. Sicherheitspatches sind noch nicht in Sicht.

"Der schlimmste Code, den ich je gesehen habe"

Neiderman zufolge hat Samsung bei Tizen "alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann" und offensichtlich hat "niemand, der Ahnung von Sicherheit hat, in den Code geschaut".

Macht ja nix, es geht ja nur um Smartphones. Fernseher, Webcams, u name it. Wirklich super, Samsung. Ihr macht die Welt zu einem besseren Ort. Zumindest für Scriptkiddies und Erpresser.

7 Meinungen zu “Neues aus der Abteilung "Der Markt wird's schon richten"”

  1. Ben meinte:

    Kommt sehr drauf an was du machst und wo du bist.
    VB fuer Desktop applications ist wahrscheinlich nicht mehr so sehr gefragt und Köln ist ja auch nicht gerade für die tech Szene bekannt...

    Fast alles geht in die wunderschöne cloud so wenn du Ahnung vom web hast und evt. ein wenig mehr als PHP und WordPress sollte es besser gehen.

    Ist natürlich nicht so einfach wenn für dich cloud == evil ;P

  2. yonk meinte:

    Ganz ehrlich, wer hat denn auch noch lust den Job zu machen?
    Die Inkompetenz hat sich in genau dem Maße vergrößert wie der Neoliberalimus zugenommen hat und das in fast jedem Stand und Arbeitsbereich.
    Das fängt ja schon beim Abitur an, so das die zumindest in den naturwissenschaftlichen Fächern auf den Hochschulen gar nicht mehr mitkommen, einfach weil das Niveau so schlecht geworden ist.

  3. Daniel meinte:

    Da es anonym ist, fangen wir doch einfach mal an, über Gehälter zu reden:

    Software-Entwickler, C#/Javascript, Bachelor Inf., 1 Jahr Berufserfahrung: 42k
    "IT-Consultant", C#/Datenbanken, Fachinformatiker, 5 Jahre Berufserfahrung, 48k
    Team/Projektleitung (5 Mann-Team), C#/PHP, Fachinformatiker, 5 Jahre Berufserfahrung: 55k
    Software-Entwickler, Java, Diplom-Inf., 5 Jahre Berufserfahrung, 70k
    IT-Consultant, SAP, Fachinformatiker+Bachelor Inf., 8 Jahre Berufserfahrung, 60k
    IT-Consultant, Citrix, Fachinformatiker, 10 Jahre Berufserfahrung, 80k

    Das ist ein grober Überblick über das Gehaltsgefüge, was ich so kennengelernt habe in meiner kurzen IT-Laufbahn. Je mehr Bullshitbingo, desto höher das Gehalt.

    Und jetzt frage ich einfach mal ungeniert: Was möchtest du mit 12 Jahren Erfahrung haben und für welche Position? Ein "einfacher" Entwickler kann noch so gut sein, die Erfahrung wird sich kaum mehr bezahlt machen, weil es immer jüngere gibt, die das schon fast genauso gut können. Du musst dich weiterentwickeln und nicht nur A, sondern B, C, D, E, ... Z können. DAS kann nämlich niemand mit wenig Erfahrung. Der kann nur einzelne Sachen.

    Also, was willste haben?

    A propos... Köln ist durchaus als Startup-Szene bekannt und hat eine große IT-Community (siehe diverse Veranstaltungen in Köln (https://hacken.in)!). Da geht ne Menge, allerdings nur noch in "angesagten" Programmiersprachen wie Ruby, Javascript usw.

    So, haut rein - ich weiß, das gibt nen Shitstorm :D

  4. Bernhard meinte:

    Zu Tizen kann ich folgende Lektüre empfehlen: https://what.thedailywtf.com/topic/15001/enlightened
    (Enlightenment ist das Framework unter Tizen)

  5. da]v[ax meinte:

    @Daniel: hm. Was will ich? Sowas wie "technischer Projektleiter" wäre prima. Jemand, der sich mit den "jüngeren Softwareentwicklern" mit weniger Gehalt hinsetzt, die Softwarearchitektur entwickelt und sie dann losschickt, das umzusetzen. Jemand, der Codereviews durchführt um zu sehen, wo die gröbsten Hunde begraben liegen. Jemand, der Codestyles mit erarbeitet, damit auch Menschen, die einen bestimmten Code noch nie gesehen haben, sich trotzdem darin zurechtfinden können. Jemand, der hilft, Versionierungssysteme aufzubauen und einzusetzen. Jemand, der Kundenanforderungen aufnimmt und vernünftige Spezifikationen schreibt, BEVOR man anfängt, 40.000 Zeilen Code runterzukloppen ohne Sinn und Verstand.

    Was ich nicht will sind coole Startups, die meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und die der Meinung sind, JSON muss einfach besser sein als sagenwirmal XML, einfach nur weil es jetzt gerade eben hip ist, alles in JSON zu machen. Was ich nicht will, sind Hipster, die jedes noch so krude zusammengefummelte "Framework" für das Ei des Kolumbus halten, Preprocessor vor Preprocessor stöpseln, nur damit man IRGENDWIE Angular mit 12 anderen Frameworks verdrahten und dabei vor lauter Jeder-Browser-will-seine-eigenen-CSS-Anweisungen nicht komplett durchdreht. Denn wenn ich eines gelernt habe dann: wer sich auf irgendwelche Frameworks verlässt (und damit meine ich jetzt nicht Giganten wie .NET), ist früher oder später verlassen. Denn alle diese Frameworks gehen entweder unter und dann stehste im Regen oder sie werden derart unfassbar aufgebläht, dass am Ende wieder keiner mehr durchblickt. Ach ja und: ich werde NIE WIEDER an einem "Assessment-Day" teilnehmen. Das "warum" behalte ich jetzt mal wür mich, das würde hier den Rahmen sprengen.

    Oh je, ich könnte endlos weitermachen. Geht aber nicht, ich muss dann mal arbeiten...

    Was ich kann? Java, C#, VB.net, den ganzen HTML/CSS/JS-Kram natürlich und vor langer langer Zeit habe ich auch mal mit PHP herumdilettiert. Meine 12 Jahre beziehen sich nur auf EINEN Arbeitgeber, insgesamt bin ich jetzt seit gut 17 Jahren dabei (angefangen mit statischen HTML-Seiten, über JSP-Webshops bis nun eben hin zu Windows-Software). Ach ja und 70k wären ein Traum. :)

    PS: ach ja: was ich auch nicht will sind Kollegen, die mir allen Ernstes erzählen, sie hätten da "was mit XML" gemacht und mir stolz sowas unter die Nase halten:


    </CONF>
    </NAME>DEFAULT</NAME>
    </PARAMETERS>
    s|para1|28.1
    s|para2|TBD||Y|N
    s|para3|TBD
    s|para4|TBD
    s|para5/hat/slashes/im/namen|TBD||RH|LH|N/A
    </PARAMETERS>
    </BODY>hier steht irgend ein text, den ich mal weggestrippt habe

    VERSION: <para1>

    irgendwatt: <para2>

    noch watt: <para3>

    mehr bla <para4>

    u get the idea <para5/hat/slashes/im/namen>

    </BODY>
    </CONF>

    Und ja: die Slashes sind genau so da drin. Kannst dir selber überlegen, wie das per Code auseinander und zusammen gefummelt wurde m(

  6. da]v[ax meinte:

    @Bernhard: oh je, das ist mir gerade zu viel Text....

  7. Mindestens ebenso ursächlich wie ds Lohngefüge dürfte der (selbstauferlegte) Zeitdruck sein.
    Alles muss ratzfatz superschnell gehen und sofort auf den Markt, auf jeden Fall rechtzeitig zur nächsten Messe, denn die Konkurrenz hat auch etwas Neues.

    Da die Top-Leute meistens schon beschäftigt sind, führt der Zeitdruck dann auch dazu, dass man Anfänger einkauft anstatt den besseren Kandidaten ein Angebot fürs nächste Jahr zu machen, wenn die wieder Zeit hätten.

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