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"Wir müssen uns jetzt bekennen, verbünden und für die Demokratie kämpfen" (John F. Nebel)

Dienstag, 10.1.2017, 11:48 > da]v[ax

John hat einen dringlichen Aufruf veröffentlicht, den ich voll und ganz unterstütze:

Die Angst geht um. Soweit haben sie uns. In meinem Freundeskreis denken Menschen darüber nach, wohin sie auswandern werden, wenn die Rechtsradikalen das Ruder in diesem Land übernehmen. Ein Gedanke, der vor drei Jahren noch vollkommen abwegig war. So schnell ändern sich die Zeiten. So schnell ist die Gewissheit weg. Es ist dramatisch.

Ich will mich nicht mit Bestandsaufnahmen und Analysen aufhalten. Sie sind wichtig. Doch sie erschlagen uns, entmutigen uns. Zurück bleibt nur diese gähnende Ratlosigkeit. Und das demokratische Lager ist vollkommen ratlos, wie es den galoppierenden Rechtsruck stoppen kann.

Die Uhr tickt.

Es ist höchste Zeit, dass wir endlich in die Offensive kommen.

und weiter

Wir müssen also Stellung beziehen gegen den Durchmarsch von Rechts. Wir müssen uns bekennen. Wir müssen überall und an jedem Ort gegen Rassismus eintreten. Den rechtsradikalen Parolen, ob sie nun offen oder verdeckt daherkommen, entschlossen entgegentreten. In der Straßenbahn genauso, wie auf Twitter oder Facebook. Beim Familienfest genauso wie bei der Arbeit. Und vor allem auch in und gegenüber Parteien. Immer und überall. Das Gute daran ist: Wir werden merken, dass wir mehr sind als wir dachten. Und wir stoppen damit den Zerfall demokratischer Selbstverständlichkeiten.

Jo. Lasst es uns tun. Habt ihr auch schon "IDENTITÄRE ZONE"-Sticker in eurer Nachbarschaft? Ich antworte darauf jetzt mit einem "IDENTI... WÄ?!" quer drüber. Wer auch welche will, sagt in den Kommentaren Bescheid, dann machen wir davon eine Sammelbestellung.

9 Meinungen zu “"Wir müssen uns jetzt bekennen, verbünden und für die Demokratie kämpfen" (John F. Nebel)”

  1. ninjaturkey meinte:

    Ich verstehe immer noch nicht, welche Identität die Identitären denn eigentlich vertreten. Bratwurst, Bier und blonde Mädels? Heino? Bomberjacken und rasierte Köpfe? Hey, Leute, es gibt keine gewachsene nationale Identität in Deutschland. Hier wandert seit mindestens 2000 Jahren jedes Volk ein, dass man sich vorstellen kann, und mit modernen Verkehrsmitteln kommt jetzt nur noch der Rest dazu. DAS ist unsere Identität. Fast jeder muss nur zwei bis drei Generationen zurück gehen um in der Familiengeschichte über nationale Grenzen und Kulturen hinaus zu geraten. Welche Identität also? Als einzige Gemeinsamkeit bleiben in der Tat nur Toleranz und Pluralismus.

  2. JoyntSoft meinte:

    Hä, Identi...wä?

    Habe derartige Aufklebers bei mir hier noch nicht gesehen, aber hey, will auch die Klebers drübber kleben können, falls erforderlich.

    B-)

  3. Hotel Panik meinte:

    Wovor sollen wir so viel Angst haben? Vor den Rechten, vor Rechtsradikalen, Rechtsextremisten, Rechtsterroristen, vor Rassisten?

    Mir wird da zu viel in einen Topf geworfen. Vor Rechten muss man genauso wenig Angst haben wie vor Linken. Erst die Radikalen, die Extremisten, die Gewaltbereiten und Gewalttätigen, die Terroristen sind das Gefährliche.

    Und weil die AfD jetzt Potenzial in Bund und Ländern bis 20% hat, sollen wir Schiss haben und auswandern?

    Ehrlich, solche Schönwetter-Demokraten und Politik-Weicheier kann ich nicht ernst nehmen.

    Wir haben in der BRD die 50er- und 60er-Jahre voller rechtskonservativer Politiker und Altnazis in allen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ämtern und Funktionen überlebt. Wir haben die Wehrsportgruppe Hoffmann und die Pogrome der 90er-Jahre überlebt.

    Und jetzt soll alles anders werden?

    Ich glaube, die heutzutage gepflegten Kuschel-Filterblasen führen zur Verweichlichung. Und wenn man dann mit der Realität konfrontiert wird (Deutsche können rechts(extrem) sein! Wer hätte das gedacht angesichts der deutschen Geschichte!?), dann folgt das böse Erwachen und der Panikmodus wird aktiviert. Lächerlich!

    Ja, wir haben ein Problem mit Rechten, Rechtsextremen etc. Wir haben jedoch noch viele andere, viel größere Probleme. Da schieben wir auch keine Panik, sondern lernen, damit zu leben oder etwas geduldig und mit langem Atem zu ändern.

    PS: Wohin soll man bitte auswandern, wenn man den Fokus auf Menschen- und Bürgerrechte, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit legt? Eben, da sind wir in Deutschland noch gut bedient.

  4. da]v[ax meinte:

    @Hotel Panik: Es bedarf nur weniger Radikaler auf einigen entscheidenden Posten, um eine breite Mehrheit von völlig "harmlosen" Mitläufern zu einem Tätervolk zu machen und deshalb ist ein wenig Panik durchaus abgebracht, wie ich finde.

    Ja, wir haben ein Problem mit Rechten, Rechtsextremen etc. Wir haben jedoch noch viele andere, viel größere Probleme. Da schieben wir auch keine Panik, sondern lernen, damit zu leben oder etwas geduldig und mit langem Atem zu ändern.

    Mit diesem Satz kannst du ALLES vom Tisch wischen, das ist also auch eher eine Nullnummer. Merkste selber, ne?

  5. Hotel Panik meinte:

    @ Max:

    Die Analyseergebnisse, warum die Nazis damals so erfolgreich sein konnten (Mitläufer, "Tätervolk"), einfach so auf heutige Verhältnisse zu übertragen, ist etwas sehr gewagt, oder?

    Was wird vom Tisch gefegt? Dass wir unsere Probleme priorisieren sollten? Und dass wir existenziellen Bedrohungen (z.B. Klimawandel, Atomkrieg, globale Seuchen) die größte Aufmerksamkeit schenken sollten?

  6. Rafael meinte:

    @Hotel Panik

    Die Analyseergebnisse, warum die Nazis damals so erfolgreich sein konnten (Mitläufer, "Tätervolk"), einfach so auf heutige Verhältnisse zu übertragen, ist etwas sehr gewagt, oder?

    Stehe ich auf dem Schlauch, oder hast du nicht genau das selbe mit den 50- und 60ern - nur in die andere Richtung - gemacht? Ich wollte auch Ursprünglich argumentieren, dass in den 50ern das Bewusstsein "man hat gegen Nazis zu sein" - jedenfalls ausserhalb derer - viel größer als heute ist;
    Dass "Die Deutschen" das eben vielleicht nicht "nur" ausshalten, sondern es auch durchaus nach hinten losgehen kann. Ich sage nicht, dass es Wahrscheinlich wäre, nur Möglich wie eben genau unsere Geschichte es gezeigt hat. Allerdings bin ich auch nicht für Panikmache, weil das immer genau den falschen in die Hände spielt. Gedanken ans auswandern sind Zeitverschwendung (es sei denn man will keine Zivilisation @ all). Auch stimme ich dir im Grad der Verweichlichung heutiger eher jüngeren zu.

    Ich verstehe auch das Argument der Priorisierung der von dir genannten Sachen. Jedoch: Wie ändert man Sie deiner Meinung nach? Glaubst du, dass es für deine oben genannten priorisierten Ziele hilfreich ist, wenn Rechte Parteien wie die AFD einen signifikanten Anteil bekommen? Ausser vielleicht gegen "globale Seuchen" (welche?) wenn die sich schön in DE vom Rest der Welt abschotten... Aber ich glaube so war das nicht gemeint :|

  7. Temno meinte:

    @Hotel Panik:

    Die Analyseergebnisse, warum die Nazis damals so erfolgreich sein konnten (Mitläufer, "Tätervolk"), einfach so auf heutige Verhältnisse zu übertragen, ist etwas sehr gewagt, oder?

    Ist es leider nicht.
    Die Intelligenz einer Menschenmasse verhällt sich leider antiproportional zu ihrer Größe.
    Oder andersrum: je größer die Masse, um so dümmer der Haufen.

    ich empfehl dazu mal den Film Die Welle, basierend auf einem real statt gefundenen Experiment.

  8. da]v[ax meinte:

    @Hotel Panik:

    Die Analyseergebnisse, warum die Nazis damals so erfolgreich sein konnten (Mitläufer, "Tätervolk"), einfach so auf heutige Verhältnisse zu übertragen, ist etwas sehr gewagt, oder?

    Warum?

    Was wird vom Tisch gefegt? Dass wir unsere Probleme priorisieren sollten? Und dass wir existenziellen Bedrohungen (z.B. Klimawandel, Atomkrieg, globale Seuchen) die größte Aufmerksamkeit schenken sollten?

    Eine gute Freundin von mir sagt immer wieder: "Jede|r kämpft eben dort, wo er|sie es für richtig hält, und alles, was unsere Gesellschaft verbessern will, ist ein guter Kampf". Und so sehe ich das auch. Es spricht nichts dagegen, dass du die Apokalypse verhindern willst, aber es ist eben genau so wichtig, nicht wieder eine Hassgesellschaft aufblühen zu lassen.

  9. da]v[ax meinte:

    @Hotel Panik:

    PS: und weil's gerade so passt: diese Leute sind durchaus gefährlich.

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