Jetzt also auch noch die Pfadfindys
Thursday, 5.2.2026, 21:08 > daMaxFußball, Handball, Turnsport, Bundeswehr, Gläubige, Hyperreiche, Pfadfindys*
Könnte es sein, dass die Menschheit als Ganzes ein Problem mit sexueller Gewalt hat? Also nicht, dass ich irgendein Patentrezept dagegen hätte, aber vielleicht sollten wir das Problem ein bisschen holistischer angehen als immer nur zu sagen "Ach? Die auch?". Das wird ein bisschen langweilig auf Dauer.

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Jede hierarchische Organsiation, die Umgang mit "Schutzbefohlenen" hat, ist anfällig für Missbrauch. Das geht bereits und da auch am meisten bereits in der Familie los. Es war nur eben früher® nicht so, dass es angezeigt wurde, sondern da wurde es unter den Teppich gekehrt. Besetzungscouch, Kindesmissbrauch früher vor allem in Kirche und Familie waren schon immer bekannt.
Der Ansatz dabei ist in aller Regel, dass Macht, Geld, Naivität oder andere Druckmittel genutzt werden, um sich bei den Betroffenen Dinge zu holen, die auf normalen Wege nicht möglich sind - Sex, sämtliche Formen des Erniedrigens usw.
@Siewurdengelesen: 👍
@Siewurdengelesen: In der Tat, es geht bei den meisten Übergriffen um Macht und das eigene defekte Ego.
Versucht man zu erklären, warum das so ist, so sitzt man zwischen allen Stühlen. Doch ohne Erklärungen werden wir Übergriffe nicht verhindern können.
Ich denke, ein Aspekt ist klar: Menschliches Ego (was immer das ist) nimmt Schaden, wenn Menschen unter Druck geraten. „Man(n)“ wird förmlich verrückt. Was sicher keine Entschuldigung ist, doch die Frage aufwirft, ob wir Druck in unserer Gesellschaft weiter erhöhen sollten.
Wie viel Schuld tragen autoritäre Strukturen in unserer Gesellschaft daran? Wie ernst ist es zu nehmen, wenn eine Politikerin sagt: „denkt niemand an die Kinder“ und damit meint, Menschen Scheuklappen aufsetzen zu wollen, weil was nicht sein darf das kann ja gar nicht sein und die Hardlinerin rauskehrt? Chatkontrolle? VDS? Datenbanken? Verwechseln wir da nicht etwas und unterschätzen, was es ist, Mensch zu sein?
Nicht missverstehen! Ich meine nur, wir müssen viel mehr aufeinander (und auf die Kinder) acht geben.
@Joachim:
Das geisterte mir auch im Kopf herum, denn eben diese autoritären Strukturen sind neben ausgenutzten Abhängigkeitsverhältnissen m.E. die Hauptursache dafür, dass sich Täter so verhalten - weil sie eben wissen, dass es selten Konsequenzen hat(te).
Zum Glück ist das jetzt langsam besser, aber wieviel da "im stillen Kämmerlein" trotzdem noch passiert, bleibt nur zu ahnen.
Und genau da offenbart sich dieses tränendrüsendrückende Genudel auf politischer Seite als das, was es ist, nämlich reines Alibi, um genau diesen Überwachungsfimmel durchzudrücken. Dabei ist das reine Fassade. Es gibt im Umfeld eines Jeden genug Wissen über häusliche Gewalt und dergleichen und oft genug wird es sogar bei den Jugendämtern oder der Polizei angezeigt. Die Konsequenz daraus ist sehr oft, dass es entweder im Sand verläuft, zugekleistert wird oder irgendwann völlig eskaliert, wo es dann nicht mehr ignoriert werden kann.
Dann kommt wieder die Betroffenheitsnummer und das übliche Geblöke nach härteren Strafen, mehr Überwachung, blablabla, aber im Grunde ändert sich nix, weil die "Kultur" dahinter das gar nicht hergibt. Je größer das Tier oder die Organisation, um so mehr wird vertuscht.
@Siewurdengelesen: Du spricht mir aus der Seele. Tatsächlich ist es kompliziert. Sprich mal mit Opfern. Ich kann gut verstehen, wenn Mancher da den Hardliner rauskehrt. Nur, es gibt Leute (etwa Wissenschaftler), die sich mit dem Thema auskennen. Aber was interessiert Stammtische und/oder die Politik schon Fakten.
Wir arbeiten daran (da könnt ihr sicher sein!)
Wie geschrieben geht es um Macht (nicht um Sex). Macht und Mächtiger wird in der westlichen Diskussion aber immer falsch verstanden. JEDER kann Macht haben. Für einen Bruchteil der Menschen gab/gibt es dagegen die Aufklärung: Kant: Was ist Aufklärung, Schiller: Kabale und Liebe. Das einzige mir bekannte Menschwerdungssystem (Bildung), welches den Ansatz der Aufklärung implementiert hatte, war das der DDR. Alle anderen erziehen zur Unmündigkeit vor der Macht bzw. zur Flucht in eigene Machträume gegenüber - in dem Kontext - Schwächeren.
@robotron sömmerda:
Da bin ich aber froh, dass es in der DDR diese Repressionen aka Machtausüben gegenüber Schwächeren nicht gab.
Neben dem Üblichen wie dem gesellschaftlichen Druck, alles gut zu finden, was die Partei- und Staatsführung gerne auch propangandistisch ausgeheckt hat und dabei Kritikern und Opportunisten gleich die Organe auf den Hals geschickt hat, gab es ja so Sachen wie Jugendwerkhöfe oder so Sachen wie die "Tripperburg" in der Leipziger Riebeckstrasse. Hat man auch noch nie gehört, dass dort oder auch in der Armee oder im Knast versucht worden wäre, Menschen systematisch "zu brechen" oder das es dort zu auch sexuellen Übergriffen gekommen wäre.
Da hat die Aufklärung und der Humanismus wohl nicht so ganz funktioniert gegen den Machtmissbrauch. Vielleicht ist es ja doch ein eher so gesellschaftsübergreifendes Ding, weilches in erster Linie in Hierarchien und Autoritäten begründet ist?! Aber was weiss ich schon...