Remember, remember, 30th of September
September 30th, 2014, 15:40Floyd hat ein bisschen mehr dazu geschrieben.
Floyd hat ein bisschen mehr dazu geschrieben.
Das kam hier gerade per Mail rein und zeigt auf, dass S21 durchaus Potential hat, BER in den Schatten zu stellen. Für eine vollständige Ansicht der Grafik: anklicken.
In den Köpfen der Stuttgarter und Stuttgart-Besucher (ganz zu schweigen von auswärtigen Medien) hat sich - von den S21ern natürlich gern so befördert - eine völlig unrealistische Vorstellung vom S21-Baufortschritt festgesetzt, was dringend der Korrektur bedarf!
Stuttgart 21 ist eben KEIN BAHNHOFS-Projekt, sondern in allererster Linie ein monströses, alle Dimensionen sprengendes TUNNEL-Projekt, an dem ein vergleichsweise kleiner Bahnhofs-Appendix dran hängt.
Ingenhoven höchstpersönlich hat gerade mal einen Betrag von 300 Mio. € für den Rohbau seines Schiefbahnhofs genannt, siehe Recherche-Kommentar von Chris Burton unter meinem Parkschützer-Statement: http://www.parkschuetzer.de/statements/172032.
Diese Zahl ist zwar unter Garantie schöngerechnet, aber nehmen wir ihn diesmal bei seinem Wort. Dann wird noch deutlicher, was es darzustellen und zu verbreiten gilt: Dass der weit überwiegende Batzen Steuergeld für die Tunnelröhren drauf geht! Und davon ist, siehe meine Graphik, praktisch noch nichts gebaut - und folglich auch noch nichts verbraucht! Und das nach über 4 Jahren offizieller Bauzeit und 20 Jahren Planungszeit. Ein planerisches und bauliches Fiasko, das schon jetzt BER und Elbphilharmonie weit in den Schatten stellt.
Hier im Hotel liegt die Stuttgarter Zeitung aus, die ich ja schon 2 Jahre lang nicht mehr in der Hand hatte. Wie es der Zufall so will, ist gerade heute darin ein Artikel, in dem berichtet wird, dass der Untersuchungsausschuss, der den blutigen Einsatz im Stuttgarter Schlossgarten aufklären sollte, offenbar gezielt hinters Licht geführt wurde. Insbesondere ist ein Memo aufgetaucht, in dem davon die Rede ist, dass der Polizeieinsatz eine Machtdemonstration des Staates darstellt und unter keinen Umständen abgebrochen werden solle. Dem Untersuchungsausschuss wurde davon offenbar nur eine entschärfte Version vorgestellt.
Yeah, schwäbisch-türkische Solidarität!
Rede von Sidar Demirdögen, Vorsitzende des "Bunds der Migrantinnen", bei der 174. Montagsdemo am 3. Juni 2013
Liebe Freunde,
„Merkel will's, keiner braucht's, keiner zahlt's” – das Motto der heutigen Montagsdemo beschreibt das, was aktuell die Menschen in der Türkei fordern: “Erdogan will´s und keiner braucht´s!” Denn: „Erdogan holzt Bäume ab, deren Schatten er nicht verkaufen kann!“
Seit fast einer Woche protestieren Hunderttausende in der Türkei für den Erhalt des Gezi-Parks am Taksim Platz in der Türkei. Nach einem Beschluss der Regierungspartei AKP soll er einem Einkaufszentrum und Luxuswohnungen weichen. Seither formiert sich ein breiter und entschlossener Aufstand gegen die Abholzung der Bäume. Den Anstoß gaben Umweltaktivisten und Parkschützer, die mit einem Protestcamp den Grundstein für die größten Massenproteste gegen die konservative Regierung Erdogans der letzten Jahre legten.
Der Oberbürgermeister von Istanbul und die Regierung reagieren mit brutaler Polizeigewalt. Mit Wasserwerfern, gepanzerten Fahrzeugen und Tränengas gehen Polizisten gegen Menschen vor Tränengas-Behälter werden gezielt auf die Körper der Demonstranten geschossen, es gibt Tausende Verletzte. Die Zahl der Festgenommenen ist so hoch, dass die Polizei Dutzende Sporthallen zu Gefängnissen umfunktionierte.
Die Parkschützer und Demonstranten in der Türkei brauchen dringend Brücken der Solidarität!
Eine Solidarität, die auch von hier ausgeht – aus unserer Stadt und unserem Widerstand gegen S21. Mit einer internationalen Öffentlichkeit können wir die politischen Verantwortlichen zwingen, die einstweilige Verfügung eines Istanbuler Gerichts zu respektieren und die laufenden Bauarbeiten zu stoppen. Die Ereignisse in der Türkei machen deutlich, dass der Erhalt von Lebensraum ein demokratisches Recht ist, das wissen wir hier in Stuttgart am besten!
Bitte? Die Bahn will Passagierdaten an Banken, Versicherungen, und Fast-Food-Ketten vertickern um an Geld für S21 zu kommen.
Update: die Bahn dementiert.
Durch ein Zeitloch flatterte mir gerade folgende Tickermeldung auf den Schreibtisch:
Stuttgart / dpadtsreuters Nach dem überragenden Erfolg beim Management des inzwischen fast fertig gestellten Berliner Flughafens BER bekommt Hartmut Mehdorn nun die Verantwortung für Deutschlands Prestigeprojekt »Stuttgart 21« übertragen. Unsere Geliebte Führerin auf Lebenszeit Frau Doktor Angela Merkel, Baden-Württembergs Ministerpräsidentin Tanja Gönner, Bahnvorstand Volker Kefer, Hofnarr Philip Rösler sowie der kürzlich gewählte Grünen-Chef Dr. Peter Gauweiler beglückwünschten Mehdorn persönlich zu seiner Inthronisierung im Neuen Schloss zu Stuttgart.
Bundespräsident Dieter Bohlen ließ verkünden: »Dies ist ein guter Tag für Schlaand, ihr Arschlöcher«. Mehdorn versprach in seiner Antrittsrede den inzwischen gesteckten Kostenrahmen von 21 Milliarden Euro »um keinen Cent zu überziehen, so wahr mir Gott helfe«. Auch die angepeilte Inbetriebnahme im Jahr 2025 werde »lässig erreicht« werden, so der 74-jährige Topmanager. Mehdorn weiter: »Mit der Bahn kenne ich mich ja bereits gut aus. Ich darf - in aller Bescheidenheit - daran erinnern, dass alleine durch mich die Deutsche Bahn von einem miefigen Reichsbeamtenverein zu einem hocheffizienten und gewinnoptimierten Serviceunternehmen mit Spitzenwerten bei Pünktlichkeit, Freundlichkeit und Kundenzufriedenheit geworden ist. Das werde ich mit einem läppischen Provinzbahnhof ja wohl mit verbundenen Augen und auf dem Rücken verschränkten Händen schaffen.«
Nachdem letztes Jahr die Bannmeile um den Stuttgarter Landtag auf einen Durchmesser von 25 Kilometern ausgeweitet wurde, konnten die Feierlichkeiten völlig ungehindert der üblichen Proteste statt finden. In Esslingen am Neckar versammelten sich ca. 300 Sozialromantiker und Gutmenschen zu einer Demonstration, die jedoch durch das beherzte Durchgreifen der bereits im Vorfeld aus dem gesamten Reichsgebiet zusammen gezogenen 3.000 Polizisten schnell beendet wurde. Auf Seiten der Demonstranten gab es nur einen Toten und zwei Schwerverletzte, bei der Polizei waren 5 geprellte Handknöchel, 2 Knalltraumata, ein Insektenstich und ein vorzeitiger Samenerguss zu beklagen.
Siehe auch diese Heute-Show aus dem Jahre 2013.
Wie können sämtliche Polizeieinsätze für S21 zusammen 40 Millionen gekostet haben?
Ich dachte, die Polizei wird sowieso bezahlt, ob die nun am Schreibtisch sitzt oder vorm Bauzaun steht?
Wie zur Hölle kommt man auf so ne Zahl?
Sind das Benzinkosten + Wasserverbrauch + Tränengaskanister + Personalstunden * Stundensatz oder was?
Das ist doch eine Bullshitrechnung. Die gleichen Kosten (abzüglich Tränengas und Wasser) wären doch auch angefallen, wenn die alle in der Zeit Ringelpietz mit Anfassen gespielt hätten. Oder sehe ich das nur wieder zu einfach?
Ob da die Einnahmen durch Geldstrafen und "Wegtragegebühr" (ja, echt!) abgezogen wurden? ![]()
So isser:
Der frühere Schlichter im Streit um Stuttgart 21, Heiner Geißler, sprach sich am Montag für eine Fertigstellung des Bahnhofs aus. Die steigenden Kosten seien ein "lösbares Problem", sagte Geißler. "Ich finde, für ein solches Projekt muss das Geld da sein."
Pfui Spinne! Das war genau der Grund, warum wir "Radikalen Parkschützer" an der Schlichtung nicht teilgenommen haben. Der Typ ist ein hundsgemeiner Verräter. Was hat der damals Empörung geheuchelt, als er von den geplanten Grundstückskosten auf dem S21-Gelände "erfahren" hat. Bäh. Und solange der noch bei Attac ist, werde ich da sicher nicht beitreten.

Erst musste der Nordflügel dran glauben, dann der Südflügel, dann bekamen die Demonstranten aufs Maul bzw. wurden blind und taub geschossen, anschließend wurden Dutzende z.T. 200 Jahre alte Bäume gefällt, ein Park in ein Industriegebiet mit angrenzender Schlammwüste umgewandelt und der coolste Club Stuttgarts geschlossen, währenddessen wurde die Atmosphäre einer kompletten Stadt vergiftet und die Bürger gegeneinander ausgespielt und jetzt?
Die Bundesregierung sieht derzeit "keine ausreichende Grundlage" dafür, das Milliardenprojekt Stuttgart 21 weiterzuführen. Das geht aus einem internen Papier des Verkehrsministeriums hervor.
Soll ich das jetzt noch irgendwie cool finden?
Kaputtgart: KeinStuttgart21, T-Shirt-Motiv: dotcombinat
Ich könnte heulen. Genau deshalb habe ich über ein Jahr wie blöde gegen S21 gekämpft. Und genau deshalb will ich auch nicht mehr in Stuttgart sein. Jetzt soll es auch noch dem nächsten Park an den Kragen gehen. Verdammtes Scheißprojekt!
Luftbilder: Manfred Grohe, via Bei-Abriss-Aufstand
Jetzt habt ihr noch einen Grünen, der zeigen kann, wie episch die Grünen verkacken können, wenn sie erst mal an der Macht sind.
SCNR.
PS: die Wahlbeteligung lag bei nur 47,2%! Da kann man mal sehen, wie wenige noch an diese Farce glauben.
Ey, lass mich einfach rein, okay? |
Ich will das hier nie wieder sehen. |

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