Neusprech des Tages
January 5th, 2012, 00:24Ähh... ja.
Ähh... ja.
Huch... die habe ich gestern abend ja gar nicht veröffentlicht. Asche auf mein Haupt...
Wenn jede elektronische Kontaktaufnahme von oder zu einem Pressevertreter für einen längeren Zeitraum von Sicherheitsbehörden rückverfolgbar ist, muss man kein Datenschützer und kein Presseverbandsfunktionär sein, um zu erkennen, was das bedeuten kann: Einschüchterung. Wer befürchten muss, dass ihm ein Strick gedreht wird, wenn er sich an einen Journalisten wendet, der lässt das dann lieber bleiben.
Dabei verschweigt man allerdings, dass die Kommission derzeit insgesamt 81 Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland führt und bislang noch nie ein Zwangsgeld gegen die Bundesrepublik verhängt worden ist.
Honi soit qui mal y pense.
Yuval Adam hat mir gerade einen triftigen Grund vermittelt, von einer Auswanderung nach Israel abzusehen. 1998 tauchte im Netz eine israelische Datenbank auf, die Daten von etwa 9 Mio. Personen enthielt. Kleiner Realitätsabgleich: Israel hat im Moment etwa 7,8 Mio Einwohner. Im einzelnen gespeichert wurden: eine eindeutige ID, Vor- und Nachnamen, Geburtsdatum, Adresse, Status (ledig|verheiratet|verstorben), IDs der Eltern sowie des eventuellen Ehepartners. Aus dieser Datenbank auszuscheiden scheint nicht vorgesehen zu sein, welchen Sinn machte ansonsten der Status "verstorben"? Yuval Adam hat diese Daten ausgewertet und berichtete in einem halbstündigen Vortrag von seinen Erkenntnissen. Es war ihm beispielsweise ein Leichtes, über die Eltern und Großeltern einer Person Rückschlüsse auf entferntere Verwandte wie Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen zu ziehen. Was weiter mit solchen Daten angestellt werden kann, bleibt eurer Phantasie und eurem Interesse überlassen.
Im Laufe von 10 Jahren wurden diese Daten mehrmals geleakt, so dass Yuval unterschiedliche Versionen der Daten miteinander vergleichen konnte. Dabei fiel ihm auf, dass nicht nur Einträge hinzukamen oder verändert waren, sondern dass auch Einträge gefehlt hatten. Leider geht er nicht darauf ein, wieviele Daten denn verschwunden waren, das hätte mich ja doch interessiert. Er räumt zwar ein, dass die einzelnen Leaks von unterschiedlichen Quellen stammen könnten, lässt jedoch letztendlich auch hier viel Raum für Spekulationen.
Gegen Ende kommt Yuval noch auf die von der israelischen Regierung geplante biometrische Datenbank zu sprechen, die sie auf Biegen und Brechen haben will. Yuval scheint - zu meiner Verwunderung - keine generellen Bedenken gegen die Erhebung und Speicheung von Bio-Daten zu haben, allerdings warnt er vor dem leichtfertigen Umgang damit. Wie es sich für Regierungen eben so gehört, zeichnet sich auch die israelische durch eher optimierungsbedürtige Fachkompetenz in IT-Sicherheitsdingen aus und will die Daten munter ungefiltert speichern. Dabei schießt sie bereitwillig Warnungen echter Cryptokoryphäen in den Wind: selbst Adi Shamir - das "S" in RSA, dem von ihm mit erdachten Verschlüsselungssystems - konnte bei Israels Regierung kein Gehör finden.
Die anfänglichen Soundprobleme werden nach einzwei Minuten behoben.
In Zeiten, in denen die IWF Chefin, Christine Lagarde, die rechtsstaatliche Demokratie wegen dem Wohl der Märkte in Frage stellt; in Zeiten, in denen ein Auflehnen gegen eine Vorherrschaft der Finanzindustrie als „domestic terrorism/extremism threats to City businesses“ klassifiziert wird, sollten wir die Entdemokratisierung nicht länger tatenlos billigen.
Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte
Die Vorstellung von einer kompletten Überwachung des urbanen Raums durch Drohnen von der Luft aus, werden manche als Verschwörungstheorie abtun. Aber die Entwicklung der letzten 20 Jahre hat gezeigt, dass fast alles was technisch möglich ist, früher oder späte politisch auch gefordert wurde und dann oftmals auch umgesetzt worden ist. Für die Überwachung von Großereignissen ist der Einsatz von Drohnen bereits diskutiert worden, wobei sich hier ein erheblicher Konflikt mit dem Versammlungsrecht bzw. der Versammlungsfreiheit ergeben würde.
Ich will in einer solchen Welt nicht leben. Eine Welt, in der sich der Faschismus als Demokratie tarnt. Eine Welt, in der Demokratie "die Märkte gefährdet". Eine Scheißwelt voller Prestigeprojekte, facegetaggter Gigapixelbilder, Überwachungskameras, Fingerabdrucksausweise, Nacktscanner, DNA-Datenbanken, Rasterfahndung, Vorratsdatenspeicherung und Generalverdacht. ![]()
(Bild: Internet)
Noch so'n Ding, bei dem mir die Galle hochkommt. Wenn angebliche "Islamisten" Bomben bauen, ist das Terror. Wenn Nazis das Gleiche tun, kann man ihnen plötzlich keine Anschlagsabsichten nachweisen und es handelt sich um reine Basteleien aus Interesse und ganz sicher nicht um die Vorbereitung eines Explosionsverbrechens. Nee, is klar.
Da Olaf ja leider seinen Georg-Schramm-Verehrungsblog nie hat Wirklichkeit werden lassen, springe ich in die Bresche und zerre mal wieder einen Schramm-Auftritt aus der Anstalt hoch. Achtet mal auf seine Worte zu Schäubles nationalem Sicherheitsrat. Sowas konnte ihm das ZDF auf Dauer wohl nicht durchgehen lassen...
georg schramm
Markiert euch den heutigen Tag als den Tag, an dem das letzte Fitzelchen freies Internet dem Kapitalismus geopfert wurde. Der EU-Rat segnet Anti-Piraterie-Abkommen ACTA ab.
Hier noch mal zur Erinnerung: Let us tell you what WE find unacceptable
Mir ist gerade wieder ein Äderchen geplatzt. Wisst ihr, was eine "Stille SMS" ist? Falls nicht, lest es nach. Nun, so eine krasse Überwachungsmaßnahme wird natürlich nur in Fällen von absoluter Schwerstkriminalität und Terrorismus eingesetzt. Richtig? Klar.
In NRW letztes Jahr 250.000 Mal, in ganz Deutschland im Zeitraum 2006 bis 2011 1,7 Millionen Mal. Und das halte ich ehrlich gesagt noch für gelogen. Überlegt mal, wenn alleine in NRW mit seinen knapp 18 Mio. Einwohnern im letzten Jahr schon 250.000 von diesen Dingern verschickt wurden... ich meine, das sind knapp ein Drittel ein Siebtel aller jetzt zugegebenen Stillen SMS der letzten 5 Jahre. Da sollte man noch mal nachbohren, ich wette, da geht noch was.
Ich könnte Amok laufen heulen wenn ich bedenke, dass es immer noch Leute gibt, die nicht glauben wollen, dass wir mitten in einem Überwachungsstaat leben. Um mal einen Hippie zu zitieren: Nur weil ihr nicht paranoid seid heißt das nicht, dass sie nicht auch hinter euch her sind.

(via fefe, Bild gefunden by myconfinedspace, lizenz unklar)
Vorgestern: Gutti wird EU-Internetfreiheitsbeauftragter, soll sich explizit um die Freiheit des Internets in repressiven Staaten kümmern. Außerhalb der EU, natürlich.
Heute: die Internetfreiheit innerhalb der EU kann endlich durch das Ultrageheimgesetz ACTA empfindlich eingeschränkt werden, das - wie man munkelt - weitreichende Zensurmaßnahmen im Namen des Copyrightbullshits ermöglicht. 2-Strikes und so.
It's not censorship as long as we call it copyright.
In der Suppe geht gerade ein sehr bitteres Foto von einem blutüberströmten jungen Mann herum. Die Story dazu: er hat als US-Soldat bereits zwei Irak-Einsätze überlebt und wurde nun von der Polizei in Oakland mit einem dieser Golfballgewehre (vulgo: Gummigeschosse) an den Kopf geschossen, was zu einer Schädelfraktur führte. Non-lethal weapons my ass. Wer sich das Bild jetzt unbedingt noch anschauen will, bitte.

...ein Staat, der sich einstimmig darauf einigt, Spähsoftware gegen seine Bürger einzusetzen, kann kein freiheitlicher Staat sein. Willkommen in der DDR2.5!
... kann Google+ natürlich auch. Ab heute ist das Polizeihilfsinstrument "Gesichtserkennung" auch bei Google+ scharf geschaltet. Prima.
Ey, lass mich einfach rein, okay? |
Ich will das hier nie wieder sehen. |

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